LMFP-Technologie: Vorteile, Grenzen und Unterschiede zu LFP

17 Juni 2026

Chemische Systeme
LMFP-Technologie: Vorteile, Grenzen und Unterschiede zu LFP | Flash Battery

LMFP zählt derzeit zu den am meisten diskutierten Chemien im Bereich der Lithiumbatterien. Die Technologie verspricht eine höhere Energiedichte, ohne dabei auf die Vorteile von LFP zu verzichten. Aber ist diese Entwicklung wirklich bereit für den industriellen Einsatz? In diesem Artikel analysiert Alan Pastorelli, Co-Founder und CTO von Flash Battery, die Unterschiede zwischen LMFP und LFP und beleuchtet die Vorteile, mögliche Kompromisse sowie den aktuellen Stand auf dem Markt – dabei stützt er sich auf reale Tests und industrielle Validierungen.

LMFP steht für „Lithium Manganese Iron Phosphate“, eine Variante der traditionellen LFP-Chemie.
Die Grundstruktur basiert auf Lithium-Eisenphosphat, dem ein Anteil Mangan hinzugefügt wird.

Diese Ergänzung verändert einige Materialeigenschaften, ohne jedoch die ursprüngliche Beschaffenheit zu verändern.
Ziel ist nicht, die Chemie zu revolutionieren, sondern eine bereits bewährte Basis weiterzuentwickeln.

Mangan wird direkt während der Herstellungsphase der Zelle in variablen Anteilen zugegeben, die von den Herstellern je nach Marktanwendung ausgewählt werden. Dabei handelt es sich nicht um eine Eigenschaft, die auf System- oder Batteriepackebene geregelt wird, sondern um eine Eigenschaft der Zelle selbst.

periodensystem-chemisches-element-mangan | Flash Battery
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Der Hauptvorteil von LMFP liegt auf der Hand: mehr Energie bei gleichem Volumen.

Dies macht sie interessant für alle Anwendungen, die heute auf LFP basieren, und bei denen:

  • der Raum eine kritische Einschränkung darstellt
  • etwas mehr Autonomie benötigt wird, ohne den Platzbedarf zu erhöhen

Diese Technologie eröffnet keine völlig neuen Perspektiven, sondern stellt vielmehr eine schrittweise Weiterentwicklung dar, die bei vielen Elektrofahrzeugen den Unterschied machen kann – einschließlich solcher, die bereits heute auf LFP basieren.

Gleichzeitig bietet LMFP eine weitere Möglichkeit, die Verwendung von NMC-Chemie zu vermeiden. Diese bietet zwar eine höhere Energiedichte, weist jedoch bekannte Nachteile auf:

  • geringere Sicherheit
  • verkürzte Lebenszyklen
  • Verwendung problematischer und kostspieliger Materialien wie Kobalt und Nickel
vergleichstabelle-lmfp-lfp-nmc-chemien | Flash Battery
vergleichstabelle-lmfp-lfp-nmc-chemien | Flash Battery

Vergleichsgrafik der Batteriechemien LFP, LMFP und NMC hinsichtlich Sicherheit, Energiedichte, Zyklenlebensdauer und Kosten

Nach Erhalt der ersten LMFP-Zellen durchlaufen wir denselben Prozess, den wir auch bei jeder neuen Technologie anwenden.

Überprüfung der Eigensicherheit

In der ersten Phase steht die Sicherheit im Fokus:

  • Missbrauchstests im Labor
  • Fehlersimulation und Thermal Runaway
  • Analyse der Temperaturen und der entwickelten Energie

Ziel ist die Prüfung, ob das wesentliche Prinzip von LFP erhalten bleibt:
keine Ausbreitung, unabhängig von aktiven Sicherheitssystemen oder externen Einflüssen.

Praxistest

Der nächste Schritt bezieht sich auf die Leistung:

  • Zyklentests
  • Thermische Tests
  • Realistische Nutzungsprofile

Dabei beschränken wir uns nicht allein auf die Herstellerangaben, sondern wiederholen unsere Anwendungsfälle, die oft belastender sind oder sich einfach von den Standarduntersuchungen unterscheiden. Anwendungen mit kontinuierlichen und intensiven Zyklen, wie jene für die E80 Group sind dafür ein konkretes Beispiel.

LMFP könnte in der Zukunft eine weit verbreitete Lösung werden: Eine Chemie mit höherer Energiedichte und den gleichen Vorteilen wie LFP erscheint ideal.

Doch heute können wir noch nicht sagen, dass es sich um eine Technologie ohne Kompromisse handelt. Tatsächlich beobachten wir weder einen hektischen Wettlauf der Anbieter, um sie auf den Markt zu bringen, noch Anzeichen einer bevorstehenden Revolution.

Aus diesem Grund verfolgt Flash Battery weiterhin den bewährten Ansatz, der jede unserer Innovationen prägt: Neue Technologien werden nur dann beobachtet, getestet, validiert und eingeführt, wenn sie tatsächlich industriefähig sind.

„LMFP stellt eine interessante Entwicklung dar, doch bevor eine neue Chemie im industriellen Markt eingeführt wird, ist es ausgesprochen wichtig, ihre Sicherheit und Zuverlässigkeit zu gewährleisten“, erklärt Alan Pastorelli, CTO und Co-Founder von Flash Battery

Bibliographie

[1] https://www.researchgate.net/figure/Typical-voltage-profiles-of-NCA-LFP-LMFP-and-LiVOPO-4-cathodes-obtained-from_fig18_295909599

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